Fr 15.07.2011EU beschlagnahmt mehr Fälschungen
Die Zollbehörden haben 2010 an Europas Außengrenzen erneut große Mengen wahrscheinlich gefälschter Produkte beschlagnahmt, berichtet die EU-Kommission in einer Pressemeldung vom 14. Juli 2011.
Die 103 Millionen Waren hatten einen Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Euro. In fast dreißig Prozent der Fälle war Deutschland das Zielland.
Der für Steuern und Zollunion zuständige Kommissar Algirdas Šemeta stellte am 14. Juli 2011 den Jahresbericht in Brüssel vor und sagte: "Wir werden uns sowohl innerhalb der EU als auch mit unseren internationalen Partnern weiterhin verstärkt dafür einsetzen, dass die Rechte geistigen Eigentums im Interesse der ehrlichen Unternehmen und der Verbraucherinnen und Verbraucher so gut wie möglich geschützt werden."
Grund für den Anstieg beschlagnahmter Sendungen sei der zunehmende Online-Handel, bei dem Produkte direkt zum Abnehmer gesendet werden. Meist werde dabei nur ein Artikel versendet. Die Anzahl der beschlagnahmten Artikel sei daher im Vergleich zu 2009 zurückgegangen. Besonders nach Deutschland wurden relativ wenige Stückzahlen in vielen Sendungen gesendet - laut Kommission ein Indiz für Direktlieferungen an Online-Kunden. Mehr als zwei Drittel der per Post gesendeten Artikel waren Medikamente, vor allem gefälschte Diät- und Potenzpillen.
Fast 85 Prozent der gefälschten Waren hatten ihren Ursprung in China. Die Zusammenarbeit im Kampf gegen Fälschungen soll daher fortgesetzt werden. 2009 wurde ein Aktionsplan mit China unterzeichnet, der bis 2012 verlängert wurde. Außerdem soll die Kooperation mit der Industrie verstärkt werden, um Urheberrechtsverletzungen nachzuweisen.
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier >>.
Den Jahresbericht der Kommission über die zollrechtliche Durchsetzung der Rechte geistigen Eigentums in der EU finden Sie hier >>.

