Mi 26.09.2007Wirtschaftsverbände und Bundesjustizministerin starten Portal
Mit dem neuen Portal gibt es nun eine zentrale Anlaufstelle im Internet zum Thema Produkt- und Markenpiraterie: Die deutsche Vertretung der Internationalen Handelskammer (ICC), der Markenverband, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) haben eine branchenübergreifende Informationsplattform geschaffen: Interessierte haben die Möglichkeit, bereits bestehende Aktivitäten abzufragen und sich über das Thema zu informieren.
Franz-Peter Falke, Axel Nitschke, Manfred Gentz, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries; Klaus Bräunig (von links)
Bundesministerin Zypries, die das Portal heute gemeinsam mit den Verbänden in Berlin vorstellte, begrüßte das Engagement: "Wer Piraterieprodukte kauft, gefährdet sich und andere und verursacht massive volkswirtschaftliche Schäden. Auch Unternehmen begünstigen Produkt- und Markenpiraterie, wenn sie nicht konsequent Maßnahmen dagegen ergreifen."
„Die Informationen über Produkt- und Markenpiraterie sind so vielfältig wie die Piraterie selbst. Durch unsere neue Plattform wollten wir allen Betroffenen einen leichten Zugang zu umfassenden Informationen und effizienter und kompetenter Hilfe bieten", sagte Manfred Gentz, Präsident der Internationalen Handelskammer (ICC) Deutschland.
„In dem Maße, in dem das Bewusstsein um das Ausmaß, die vielfältigen Gefährdungen und den kriminellen Charakter von Produkt- und Markenpiraterie gewachsen ist, ist auch das Gefühl dafür gewachsen, dass die konsequente Bekämpfung dieser Hydra eine Gemeinschaftsaufgabe aller ist, die an dem Wohlergehen unserer Volkswirtschaft und ihrer Menschen ein Interesse haben. Das heute vorgestellte Portal soll allen Stakeholdern hierbei durch Information, Ermutigung und konkrete Hilfe eine Unterstützung sein", sagte Franz-Peter Falke, Präsident des Markenverbandes.
„Mit einer stärkeren Bündelung unserer verschiedenen erfolgreichen Initiativen können wir wirksamer gegen die wachsende Flut von Piraterieprodukten vorgehen. Orientierungshilfe brauchen nicht nur die Verbraucher, sondern gerade auch kleine und mittlere Unternehmen, denen der internationale Schutz ihres geistigen Eigentums oft sehr schwer fällt", sagte Klaus Bräunig, Sprecher der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie.
„Die deutsche Wirtschaft kostet Markenpiraterie rund 20-30 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr. Über 70.000 Arbeitsplätze dürften bereits verloren gegangen sein", erklärte Axel Nitschke, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer. Er betonte: „Diese Zahlen zeigen, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen ist. Nur so können wir einen Bewusstseinswandel bei den potenziellen Käufern erreichen und die Unternehmen besser darüber aufklären, wie sie ihre Produkte effektiver schützen können."
Die Internationale Handelskammer hat als Vertretung der Weltwirtschaft dieses Problem Ende 2004 auf internationaler Ebene aufgegriffen. Seitdem verfolgt ihre Initiative BASCAP (Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy) das Ziel, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Gefahren der Produkt- und Markenpiraterie zu schärfen, aber auch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Regierungen beim Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie zu koordinieren.
Unterstützt wird die Initiative mittlerweile weltweit von über 150 Unternehmen und Institutionen, die ihre Expertise international einbringen. In Deutschland gehören u. a. der Markenverband, der DIHK und der BDI bei dem Thema zu den aktiven Unterstützern. Die deutsche Webseite ist sowohl über www.bascap.de, über www.markenpiraterie.net und www.original-ist-genial.de zu erreichen.
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