Mo 29.09.2008Wirtschaft begrüßt neue EU-Beobachtergruppe gegen Piraterie
Wirtschaftsvertreter der Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy (BASCAP), einer Initiative der Internationalen Handelskammer (ICC), begrüßen den Beschluss des Europäischen Rates, eine Einrichtung zu initiieren, die europaweit Entwicklungen im Bereich der Produkt- und Markenpiraterie verfolgt.
Der Beschluss des Rates, eine Beobachtergruppe einzurichten, wurde ursprünglich von der französischen Ratspräsidentschaft vorschlagen. Die neue Beobachtergruppe wird erstmals europäische Regierungen mit Vertretern der Privatwirtschaft zusammenbringen. Sie soll das Ausmaß von Produkt- und Markenpiraterie in Europa messen und analysieren sowie entsprechende Vorschläge zur Lösung entwickeln.
"Eine solche Plattform bietet ein einzigartiges und notwendiges Forum, um die Expertise des öffentlichen und privaten Sektors in Europa zu sammeln sowie Informationen und Strategien zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie zu teilen", sagte Guy Sebban, Generalsekretär der ICC. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass, obwohl das Problem global ist, die effektivste Antwort in der Abstimmung von Maßnahmen unter Einbeziehung von Akteuren, Verbrauchern und Infrastruktur in einer Region liegt. Die ICC/BASCAP ist bereit, die Beobachtergruppe in ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen."
Mit Hilfe der Mitgliedsstaaten und den Informationen der Privatwirtschaft wird die Beobachtergruppe einen jährlichen Bericht veröffentlichen. Dieser soll die Orte innerhalb Europas identifizieren, die besonders betroffen sind, die Quelle oder Transitland für die Einfuhr von gefälschten Waren nach Europa sind, sowie Internetseiten benennen, die Piraterieware in Europa verkaufen. Ebenso soll die Effektivität der gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Durchsetzung von Schutzrechten länderspezifisch untersucht werden.
Es wird erwartet, dass zusätzlich zum analytischen Teil praktische Maßnahmen entwickelt werden, die helfen, die Kooperation zwischen Zollbehörden und Rechteinhabern zu verbessern. Dazu gehört ein Verzeichnis mit Ansprechpartnern bei europäischen Regierungen und Vertretern der Privatwirtschaft, die in den Kampf gegen Piraterie einbezogen sind, sowie ein Kompendium mit Best-Practice-Strategien.
Die Beobachtergruppe wird auch Kommunikationsmaterialien entwickeln, die zur Verbraucheraufklärung beitragen. Ebenso soll eine Kampagne mit Ansprechpartnern - wie Reisebüros - initiiert werden, um Verbraucher in Europa für die Gefahren zu sensibilisieren, die von gefälschten Waren ausgehen. Diese soll auf den bereits bestehenden Kampagnen verschiedener, europäischer Anti-Piraterievereinigungen aufbauen.
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/08/1416&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

