Do 8.04.2010UK verabschiedet Gesetz gegen Internetpiraterie
Nach Frankreich hat jetzt auch Großbritannien mit dem „Digital Economy Act" ein Gesetz zur effizienten Durchsetzung von Urheberrechten im Internet verabschiedet.
Dieses sieht unter anderem die Einführung eines sanktionierten Warnmodells bei illegalen Downloads vor. Mit dem neuen Gesetz wird es in Großbritannien jetzt möglich, in Zusammenarbeit mit den Internet Service Providern Warnhinweise zu versenden. Damit haben die Betroffenen die Möglichkeit, ohne finanzielle oder juristische Folgen ihr illegales Handeln einzustellen.
Die deutschen Branchenverbände begrüßten das Vorhaben: „Frankreich und England übernehmen beim Schutz geistigen Eigentums im Internet eine Vorreiterrolle. Deutschland droht hier den Anschluss zu verlieren", sagte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie am Donnerstag in Berlin.
Trotz andersseitiger Beteuerungen im Koalitionsvertrag lasse die Regierung bisher keine konkreten Schritte für eine verbesserte Durchsetzung von Urheberrechten in der digitalen Welt erkennen. „Wenn die Bundesregierung nicht bald handelt, hat die deutsche Kreativwirtschaft im internationalen Vergleich einen erheblichen Wettbewerbsnachteil", so Gorny weiter.
"Auch Deutschland darf nicht länger bei der Enteignung der Kreativen tatenlos zusehen", fordert auch Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU).
In Deutschland gibt es laut aktueller GfK Brennerstudie rund 4,5 Millionen Personen, die sich illegal mit Musik, Filmen, TV-Serien, Hörbüchern oder Games aus dem Internet versorgen.

