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Mo 24.01.2011
Raubkopien dominieren den Markenmissbrauch

Der weltweite wirtschaftliche Gesamtschaden von Online-Markenmissbrauch kann pro Jahr auf rund 200 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Dies gehe aus einer aktuellen Untersuchung des Unternehmens Markmonitor hervor, meldete das Marketingmagazin Absatzwirtschaft in seiner Online-Ausgabe vom 17.01.2011.

E-Commerce

Die Online-Markenschutz-Experten hätten festgestellt, dass Webseiten mit Angeboten raubkopierter digitaler Inhalte oder gefälschter Produkte pro Jahr über 53 Milliarden Besucher verzeichnen würden. Ausgehend vom Traffic-Aufkommen seien einige der aktivsten Betrüger identifiziert und priorisiert worden; zudem seien ihre Standorte erhoben worden.

Der Großteil des in der Studie ermittelten Traffics entfalle auf Raubkopien von Filmen, Musik, Spielen, Software, TV-Shows oder E-Books, berichtete das Magazin. Über 92 Millionen Besucher verzeichneten Webseiten, die gefälschte Produkte anbieten. Dabei betreffe der Handel mit Produktfälschungen Güter aller Art, darunter Schuhe, Unterhaltungselektronik, Luxusgüter, Sportartikel sowie Arzneimittel, heißt es weiter. Betrachtet nach Hosting-Standort spielten Westeuropa und Nordamerika die wichtigste Rolle. Laut Studienergebnissen würden 67 Prozent der Webseiten, die im Verdacht stehen, raubkopierte Inhalte zu vertreiben, in einer der beiden Regionen gehostet. Gleiches gelte für 73 Prozent der Seiten im Verdacht des Verkaufes von Produktfälschungen.

Das Ausmaß des Traffics sowie die Bandbreite an Ländern, in denen die Webseiten registriert und/oder gehostet werden, machten der Untersuchung zufolge deutlich, wie komplex das Problem der Markenpiraterie und seine Bekämpfung sei. Laut Absatzwirtschaft vermittle die Studie aufgrund des geringen Stichprobenumfangs von 22 Marken dabei nur einen Eindruck vom tatsächlichen Problem. Der Studie zufolge lege die große Zahl bekannter Marken nahe, dass tatsächlich Hunderttausende von Rechteinhabern, Marken und Schöpfern geistigen Eigentums geschädigt werden. Testkäufe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf einigen der Seiten zeigten zudem, dass die Zahlungsprozesse und Lieferungen über andere Länder abgewickelt wurden, als die, in denen die Webseiten gehostet werden. Absatzwirtschaft schlussfolgert aus diesen Ergebnissen, dass auch für Online-Kriminelle verlässliche Internetinfrastrukturen unabdingbare Erfolgsfaktoren sind und sie ihre Geschäfte oft international, in mehreren Ländern machen.

Nach Angaben des Magazins erklärte Frederick Felman, Chief Marketing Officer bei Markmonitor: „Die Entwicklung effektiver Abwehrstrategien setzt die Kenntnis von Vertriebskanälen und Verkaufsförderungsmaßnahmen im Web voraus.“ Um Gegenmaßnahmen definieren und priorisieren zu können, müssten die Struktur des Traffics und Standortinformationen genau analysiert werden. Ruth Orchard, Director General bei der Anti Counterfeiting Group, der weltweit führenden Organisation im Kampf gegen Fälschungen, betont: „Es handelt sich um eine globale Epidemie mit massiven volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Die Kriminellen sind bestens organisiert. Allein im britischen Schuh- und Bekleidungssektor wandern rund 3,5 Milliarden Pfund in ihre Taschen.“ Kunden, die im Internet nach Schnäppchen jagen, riskierten es, auf gefälschte Webseiten und andere illegale Praktiken hereinzufallen. Landesregierungen und internationale Strafverfolgungsbehörden seien gemeinsam mit der Wirtschaft aufgefordert, sowohl Kunden als auch Markenwerte vor diesen beispiellosen Bedrohungen zu schützen.


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