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Do 9.07.2009
Mehrjährige Gefängnisstrafen für professionelle Raubkopierer

Vier Jahre Freiheitsentzug für den einen, zwei Jahre und drei Monate für den anderen Kopf einer bandenähnlichen Formation, die seit mindestens 2006 Raubkopien auf einem Essener Flohmarkt verkaufte.

So lautete unlängst das Urteil des zuständigen Landgerichts. Neben den begangenen Verletzungen gegen das Urheberrecht mußten sich die beiden Männer libanesischer Staatsangehörigkeit auch wegen gewerbsmäßiger Hehlerei, Computerbetrug, Drogen und Anleitung zum Bombenbau vor Gericht verantworten.
 
Das Verfahren angestoßen hatte die Gesellschaft zur Verfolgung der Urheberrechtsverletzung (GVU). Seit 2003 sammelte die Organisation Erkenntnisse über dieses Raubkopiengeschäft, stellte Strafanträge und arbeitete den Behörden zu. Nun verhängte die Kammer allein wegen Urheberrechtsverletzungen in insgesamt 50 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren für den heute 27-jährigen Haupttäter. Und auch im Fall seines zwei Jahre jüngeren Komplizen fiel der Verkauf von Raubkopien am stärksten ins Gewicht.

Dabei bewertete der Richter die sehr professionelle Organisation der Trödelmarktverkäufe als strafverschärfend. So hatten beide Angeklagten eigens eine Wohnung für ihr lukratives illegales Geschäft angemietet. Dort betrieben sie zahlreiche Brenner für die Herstellung der Raubkopien-CDs, druckten Cover aus und konfektionierten die Ware. Film- und Cover-Vorlagen für diese Massenproduktion bildeten in der Regel illegale Downloads aus dem Internet.

Auch die von beiden Raubkopierern entwickelte Logistik und vorgenommenen Sicherheitsmaßnahmen auf dem Trödelmarkt am Essener Audimax bewiesen die hohe kriminelle Energie. Die Männer koordinierten die Verkäufer und bauten ein Warnsystem auf: So genannte „Aufpasser" hielten nach Streifenwagen und Polizisten Ausschau, um dann die Verkäufer zu warnen.

Die Zahl der für 5 bis 10 Euro verkauften Filmraubkopien ging jeden Samstag in die Hunderte. Nachschub wurde in nahegelegenen Büschen und Mülltonnen gelagert. Alle 20 bis 40 Minuten sammelte einer der nun Verurteilten die Gelder ein und brachte sie in Sicherheit.

 


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