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Mi 19.08.2009
Großer Schaden für deutsche Wirtschaft durch Produktpiraterie

Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie untersucht die volkswirtschaftliche Bedeutung geistigen Eigentums. Sie beziffert die jährlichen Piraterieschäden in Deutschland auf bis zu 50 Millarden Euro und liegt damit bedeutend höher als bisherige Untersuchungen.

Die umfangreiche Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung geistigen Eigentums und dessen Schutzes mit Fokus auf den Mittelstand" wurde mit Unterstützung des Fachgebietes für Innovationsökonomie der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Knut Blind durchgeführt. Grundlage waren eine Analyse relevanter Literatur, eine detaillierte Auswertung existierender Datenbestände sowie die Befragung von rund 300 Unternehmen.

Unterstrichen wird der Stellenwert immaterieller Werte für die Unternehmen. Diese hätten in den vergangenen fünf Jahren einen viel größeren Bedeutungszuwachs für den Erfolg eines Unternehmens erfahren als die materiellen Werte. Mit dieser Entwicklung korrespondierend, geht die steigende Zahl der Patentrechte in Deutschland einher.

Laut Studie sind deutsche Unternehmen von unerlaubter Nachahmung rechtlich geschützten Know-hows stark betroffen. "Über zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an", so Alexander Cuntz und Florian Köhler, die die Studie mit erstellt haben, „schon einmal von Produkt- und Markenpiraterie betroffen gewesen zu sein."

Dabei nenne jedes zehnte befragte Unternehmen innerhalb der EU Deutschland als Ursprungsland unerlaubter Nachahmung vor Italien und Frankreich. Außerhalb der EU führt China vor der Türkei und den USA die Sünderkartei an. Der jährliche gesamtvolkswirtschaftliche Schaden daraus wird für Deutschland auf 50 Milliarden Euro beziffert.

Als Problem benennt Professor Knut Blind, dass selbst bei unmittelbarer Betroffenheit es mittelständischen Unternehmen nicht möglich oder es für sie nicht effizient ist, ihre Aktivitäten zum Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund sei es noch fataler, so Blind, dass bei den Unternehmen ein großes Informationsdefizit über öffentliche Unterstützungsprogramme für kleine und mittlere Unternehmen bestehe.

Die Studie empfiehlt von daher eine bessere Koordination und Kommunikation auf Bund- und Länderebene. Kritisch wird ebenfalls angemerkt, dass die Schutzmaßnahmen in Deutschland zu stark auf das Instrument des Patentschutzes orientiert sind. Cuntz: "Aufgabe der wirtschaftspolitisch Verantwortlichen muss es auch sein, Alternativen wie strikte Geheimhaltung, ein defensives Publikationsverhalten oder starken Markenschutz aufzuzeigen."

Weitere Informationen und Download der Studie >>


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