Do 15.11.2007Fälschungen im Internet erkennen
Derzeit liegt die Fälschungsquote bei Markenartikeln im Internet durchschnittlich etwa bei 37 Prozent. Das heißt gut ein Drittel der angebotenen Markenartikel ist gefälscht - so das Ergebnis, der Managementberatung Rola Business Solutions GmbH, die jedes Jahr im Auftrag von zehn Konsumgüterherstellern Fälschungsquoten auf internationalen Online-Marktplätzen untersucht.
Beim Kauf im Internet kann die Ware vorher nicht in Augenschein genommen werden. Daher ist die Gefahr hier besonders hoch, unwissentlich gefälschte Produkte zu kaufen.
Wer einige Hinweise beachtet und das Angebot kritisch prüft, kann jedoch, die Wahrscheinlichkeit ein Plagiat zu kaufen, erheblich senken. Es wurden verschiedene Kriterien identifiziert, die Verbrauchern dabei helfen, Online-Angebote auf ihre Echtheit zu prüfen. Robert Eck, verantwortlich für die Untersuchung: „Eines der Kriterien allein ist zwar kein Hinweis auf eine Fälschung. Doch wenn alle drei zutreffen, ist am entsprechenden Angebot meist etwas faul.“
Die Hinweise in der Übersicht:
1. Angebotstext und Bilder
Häufig beschreiben die Anbieter von Fälschungen ihre Waren mit typischen Textbausteinen. Eine Weile hieß es bei Parfümfälschungen: "Es kann in einzelnen Fällen zu minimalen Abweichungen an der Flasche bzw. Duftabweichungen kommen." Häufig zu finden war auch: "Unser Großhändler aus Italien hat uns die Echtheit schriftlich versichert". Diese Bausteine ändern sich etwa alle drei Monate. Es existieren aber stets wiederkehrende Musterformulierungen, die beim Vergleich der Angebote auffallen.
2. Angebotstyp
Häufig werden gefälschte Produkte auffallend billig angeboten; ein 130-Euro-Parfüm etwa für den Startpreis von 25 Euro. Auch diese Schwellen ändern sich regelmäßig. Typisch sind auch Auktionen, die nur einen Tag oder drei Tage dauern.
Geschickte Fälscher warten auch einmal fünf Tage. Sie bieten außerdem meist nur die jeweils größten Packungen an. Meist hat ein Fälscher zudem nur eine geringe Auswahl an Parfüms. Im Extremfall nur eine Marke oder sogar nur ein Produkt. Mitnichten können Sie sich darauf verlassen, dass gewerbliche Anbieter Ihnen Originale verkaufen. Es ist sogar der Trend zu beobachten, dass immer mehr Fälscher sich bei Aktionshäusern als gewerblich anmelden.
3. Bewertungen
Erfahrungsgemäß beschwert sich nur ein Promille der Käufer, wenn das Produkt gefälscht ist. Daher sollte man bereits misstrauisch werden bei Anbietern, die zu 99,8 Prozent positiv bewertet wurden. Geprellte Käufer warnen sehr deutlich vor dem Produkt. Der Kommentar "Vorsicht, Fälschung" taucht bei Anbietern von Fälschungen regelmäßig auf. Zu beachten sind auch neutrale oder gar positive Bewertungen mit dem Hinweis auf eine „gute Rückabwicklung“. Mindestens die neutralen Bewertungen sind durchzusehen: „Duft entspricht nicht dem Original. Trotzdem noch akzeptabel“ fand sich hier. Es lohnt sich auch, die positiven Bewertungen zu lesen. Oft wechseln Fälscher ihre Verkäufernamen, wenn ihre Bewertungspunkte unter 100 liegen.
Fazit: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Markenprodukte nicht anonym, sondern nur bei bekannten Fachhändlern kaufen.
Ausführlich dargestellt wird die Untersuchung in der November-Ausgabe 2007 der Zeitschrift Harvard Businessmanager:
www.harvardbusinessmanager.de

