Do 11.10.2007EU-Studie: KMUs schützen sich noch zu wenig
Eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission untersucht die aktuelle Situation der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) beim Schutz des Geistigen Eigentums in Europa. Das Ergebnis: Viele KMUs haben noch großen Nachholbedarf.
Dreiviertel der KMUs gaben an, dass ihr Unternehmen bereits von Produkt- und Markenpiraterie betroffen gewesen sei. 23 Prozent der KMUs sagten, dass ihre Geschäftstätigkeit ernsthaft beeinträchtigt sei und sie erwarten würden, dass sich die Situation innerhalb der nächsten fünf Jahre verschärfen würde.
Die Studie belegt auch, dass die Auswirkungen wirtschaftlich und gesellschaftlich fatal sind: 20 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie durch Umsatzrückgänge gezwungen gewesen seien, 5 Prozent oder mehr ihrer Mitarbeiter zu entlassen.
Untersucht wurde zudem, wie sich Unternehmen schützen. Hierbei gibt es noch großen Nachholbedarf: Nur 15 Prozent der KMUs überprüfen regelmäßig, wie es um die Sicherung ihrer Schutzrechte bestellt ist. Ein Grund dafür: Nur eines von zehn Unternehmen kann auf einen unternehmenseigenen Anwalt zurückgreifen, so dass hohe externe Kosten befürchtet werden. 10 Prozent der Unternehmen schützen sich durch andere Maßnahmen: Beispielsweise werden in gefährdeten Märkten ältere Technologien einsetzt und die neuste Technologie zurückgehalten.
Die Studie benennt Deutschland und Frankreich als zwei Länder, die führend sind, gerade kleine und mittelständische Unternehmen beim Schutz ihres geistigen Eigentums zu unterstützen. Problematisch sei insbesondere, dass viele Unternehmen noch zu wenig über bereits bestehende Initiativen wüssten. Weiterhin machen die Verfasser der Studie konkrete Vorschläge gemacht, wie die Situation der KMUs noch verbessert werden kann.
Weitere Informationen zur Studie
Download der englischsprachigen Studie

