Mo 14.03.2011Dramatischer Anstieg bei Fälschungsaufgriffen im Postversand
Das effektive Aufhalten von Piraterieware durch die deutschen Zollbehörden wird nach Einschätzung des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) durch die am 11. März vorgelegte Grenzbeschlagnahmestatistik eindrucksvoll belegt. Für das Jahr 2010 meldet der Zoll mit rund 24.000 Aufgriffen mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2009.
Europaweit nimmt Deutschland mit diesen Zahlen den Spitzenplatz ein, berichtet der APM in seiner Pressemitteilung vom 11. März 2011. Das Mittel der Grenzbeschlagnahme erweise sich daher einmal mehr für viele Unternehmen als besonders effektives Instrument im Kampf gegen Produktfälschungen, da die Ware festgehalten werde, bevor sie in den Markt eintrete.
Auffällig sei, dass dieser hohe Anstieg auf einer Zunahme der Aufgriffe kleiner Sendungen im Postverkehr beruhe (+170% im Vergleich zum Vorjahr). Viele dieser Sendungen ließen sich auf Internetgeschäfte zurückführen. Laut APM wird dieser Vertriebsweg offenbar immer öfter genutzt, da die Ware so relativ risikolos an den Endverbraucher gelangen kann.
Angesichts dieser Zahlen appelliert APM einmal mehr an Politik, Wirtschaft und Verbraucher das Thema Produkt- und Markenpiraterie sehr ernst zu nehmen. Produkt- und Markenpiraterie schade der gesamten Gesellschaft, denn der Verbraucher werde durch die vorwiegend mangelhafte Qualität um sein Geld betrogen und schlimmstenfalls erheblichen Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Der Wirtschaft gingen Umsätze und Arbeitsplätze verloren, dem Staat Steuereinnahmen.
Es sei erforderlich, den Zollbehörden und Rechteinhabern entsprechende Instrumentarien an die Hand zu geben, damit auch die riesige Anzahl von kleinen Postsendungen effektiv bewältigt werden könne. Dieses Vertriebsschema dürfe nicht folgenlos bleiben. Die Fälscher machten sich offensichtlich die Anonymität des Internets zunutze. Umso wichtiger ist es in Anbetracht des massenhaften Warenverkehrs, dass die Produkthersteller die Zollbehörden mit zielgerichteten Informationen ausstatten, so der APM.

