
Villeroy & Boch: Erfolgsfaktoren im Kampf gegen Piraterie
Villeroy & Boch ist eine führende deutsche Traditionsmarke im Bereich Fliesen, Sanitärausstattung, Tischkultur und Home Interior, die auf eine Geschichte von mehr als 250 Jahren zurückblicken kann. Das Unternehmen beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2010 weltweit einen Umsatz von mehr als 700 Mio. Euro. Durch eigene Vertriebsgesellschaften und Importeure ist das Sortiment über 100 Ländern der Erde erhältlich. Regelmäßig wird sowohl die Marke als auch das Design gefälscht – zum Schaden für das Unternehmen und die Mitarbeiter.
Das Erfolgsgeheimnis von Villeroy & Boch im Kampf gegen Marken- und Produktpiraten ist ein umfassendes Schutzrechtskonzept und eine konsequente Nachverfolgung. Wichtig dabei: eine Abstimmung des Mitteleinsatzes auf die wichtigsten Absatzmärkte, die größten Fälscherbanden und die Problemländer. Grundvorsetzungen sind:
- Die verwendeten Marken müssen flächendeckend als Marke geschützt werden.
- Alle wichtigen Designs müssen als Geschmacksmuster in Kern-Ländern angemeldet werden.
- Internet und Verkaufsstellen müssen überwacht werden
- Eine ständige Überwachung auf Messen in der Europäischen Union und in China ist notwendig.
So wurden beispielsweise alleine auf einer Messe in China an 22 Ständen gefälschte Produkte des Unternehmens gefunden. Um bei einem Verletzungsfall schnell reagieren zu können, ist eine umfassende Vorbereitung wichtig. So müssen Mitarbeiter und Anwälte vor Ort informiert werden, die notwendigen Unterlagen in den jeweiligen Sprachen verfügbar sein und Maßnahmen wie Abmahnschreiben und Beschlagnahmen vorbereitet sein.
In speziellen Problemländern sollte zudem Präsenz vor Ort gezeigt werden. Gemeinsam mit anderen Unternehmen der Branche reisten Unternehmensvertreter beispielsweise nach China: „Bei uns hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, den Kontakt mit den entsprechenden Behörden vor Ort aufzunehmen. Dort haben wir uns mit Ansprechpartnern von der politischen Ebene getroffen und gemeinsam den Handlungsbedarf deutlich gemacht“, sagte Elke Hoffmann, die bei Villeroy & Boch für den Bereich Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie verantwortlich ist.
Sie ist verhalten optimistisch: „Auch Chinesen werden zukünftig mehr eigene Schutzrechte anmelden und gegen Fälschungen und Nachahmungen verstärkt vorgehen. Dies wird sicherlich auch vereinzelt die Einstellung zu Fälschungen und Nachahmungen verändern. Solange aber damit so viel Geld zu verdienen ist, wird eine komplette Bekämpfung nicht möglich sein“.
Weitere Informationen zum Unternehmen: www.villeroy-boch.com
Bildnachweis: Villeroy & Boch, NewWave
