Daimler: Eine Spezialeinheit gegen Piraterie
Der Mercedes-Stern steht für eine der bekanntesten Marken der Welt. Dementsprechend häufig werden Produkte der Daimler AG gefälscht. Um gezielter darauf reagieren zu können, hat das Unternehmen 1999 das Brand Protection Team gegründet, das Anti-Pirateriemaßnahmen entwickelt: In dieser Spezialeinheit arbeiten Experten aus den Bereichen Recht, Lizenzen und Patente, Einkauf sowie Dienstleistung & Ersatzteile zusammen mit acht weiteren Kollegen aus den wichtigsten Produktions- und Vertriebsregionen weltweit.
Piraterie verursacht in der Automobilbranche einen Schaden in Milliardenhöhe. Was aber fast genauso wichtig ist: Ein möglicher Vertrauensverlust bei den Kunden. „Viele Imitationen sind optisch so perfekt gemacht, dass sie gar nicht mehr ohne Weiteres erkannt werden können. Kommt es zu einem Unfall, würde dies aber im Ernstfall zuallererst dem Hersteller angelastet“, sagt Rechtsanwältin Beate Lalk-Menzel. Sie arbeitet in der Rechtsabteilung, die für die Leitung und Koordination der Arbeitsgruppe verantwortlich ist.
In Deutschland gibt es im Bereich der Ersatzteile noch eine verhältnismäßig gute Ausgangslage. Durch die herrschende, europäische Gesetzeslage arbeitet die Automobilbranche mit lizenzierten Händlern zusammen. Im Ausland hingegen sind Zwischenhändler oder der Internethandel Einfallstore für gefälschte Produkte.
Alle Daimler-Produkte durchlaufen einen langen Entwicklungsprozess mit umfangreichen Tests. Damit verbunden ist ein Aufwand, den Piraten scheuen. Daher bergen gefälschte Produkte ein hohes Sicherheitsrisiko. So wurden beispielsweise illegal hergestellte Bremsscheiben im Labortest so heiß, dass sie Feuer fingen und brannten. Auch im Mercedes-Stern auf der Motorhaube steckt wertvolle Ingenieursleistung. Bei einem Aufprall klappt der echte Stern nach hinten um – zum Schutz vor Verletzungen. Bei Fälschungen ist dies oft nicht der Fall. Dies kann zu schweren Verletzungen führen – Todesfolge nicht ausgeschlossen.
In einer Online-Datenbank werden alle Fälle von Beschlagnahme – bislang mehrere tausend – dokumentiert. Sie können nach statistischen Kriterien ausgewertet werden. So wird die Ermittlung, die in enger Zusammenarbeit mit den Zollbehörden erfolgt – weiter optimiert. Im Anschluss leitet die zuständige Rechtsabteilung wenn nötig rechtliche Schritte ein. Denn nur so kann die notwendige Abschreckung erzielt werden.
„Unsere Erfahrung ist, dass es nur durch eine enge Zusammenarbeit mit Behörden, Kunden, Mitarbeitern und Verbrauchern gelingen kann, erfolgreich gegen Produktpiraten vorzugehen“ sagt Beate Lalk-Menzel. Aus diesem Grund unterstützt Daimler auch Kampagnen wie die Business Action to Stop Counterfeiting and Pirarcy (BASCAP) der Internationalen Handelskammer. Diese Kampagne verfolgt das Ziel, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Gefahren der Marken- und Produktpiraterie zu schärfen, aber auch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Regierungen beim Kampf gegen die Markenpiraterie zu koordinieren.
Bild: Daimler AG

